Der Jahreswechsel in Innsbruck hat etwas ganz Eigenes. Zwischen Nordkette und Altstadt trifft alpine Ruhe auf urbanes Staunen. Das Bergsilvester gehört für mich zu den eindrucksvollsten Veranstaltungen des Jahres, vor allem dann, wenn beim Fassadenmapping historische Gebäude plötzlich in Bewegung geraten und Geschichten erzählen. Für diesen Blogbeitrag präsentiere ich eine Auswahl meiner Fotos, die rund um den Marktplatz, den Dom St. Jakob sowie an Hofburg und Hofkirche entstanden sind. Orte, die man kennt und doch jedes Jahr neu entdeckt.
Marktplatz – Lichter, Menschen, Spiegelungen
Der Marktplatz ist während des Bergsilvesters ein besonderer Treffpunkt. Die Nähe zum Inn, das offene Areal und der Blick auf die beleuchteten Häuserfassaden schaffen eine Atmosphäre, die sich kaum planen lässt. Genau das macht das Fotografieren hier so spannend.
Beim Fassadenmapping wechseln Farben und Formen im Sekundentakt. Gesichter leuchten kurz auf, Muster fließen über Fenster und Mauern, während sich das Publikum staunend davor sammelt. In meinen Bildern versuche ich, nicht nur die Projektionen festzuhalten, sondern auch die Stimmung zwischen den Menschen, das kurze Innehalten, das gemeinsame Erleben.
Dom St. Jakob – Geschichte trifft Projektion
Der Dom St. Jakob ist für mich einer der stärksten Schauplätze des Bergsilvesters. Die barocke Fassade bietet eine perfekte Bühne für das Fassadenmapping. Hier wirkt jede Animation besonders kraftvoll, weil sie mit der Geschichte des Gebäudes spielt, ohne sie zu überdecken.
Beim Fotografieren am Dom geht es viel um Timing. Ein kurzer Moment entscheidet darüber, ob Licht, Architektur und Komposition zusammenfinden. Ich habe bewusst verschiedene Perspektiven gewählt, mal mit viel Platz rund um den Dom, mal näher an den Details, um die Wirkung der Projektionen greifbarer zu machen.
Hofburg und Hofkirche – Monumental und doch lebendig
Die Hofburg und die Hofkirche gehören zu den eindrucksvollsten Gebäuden Innsbrucks. Beim Bergsilvester verwandeln sie sich von stillen Zeitzeugen in lebendige Projektionsflächen. Besonders spannend fand ich hier, dass beim Fassadenmapping echte Motive mit starkem Innsbruck Bezug aufgegriffen wurden.
Elemente der Olympischen Spiele, das Goldene Dachl oder die bunten Häuser von Mariahilf tauchten in den Projektionen auf und verbanden die Geschichte und Identität der Stadt direkt mit den Lichtinszenierungen. Dadurch wirkten die Bilder nicht beliebig, sondern tief in Innsbruck verwurzelt.
Feuerwerk auf der Nordkette – ein persönlicher Gedanke
Zum Bergsilvester gehört traditionell auch das Feuerwerk auf der Seegrube hoch über Innsbruck. Es ist ein Bild, das viele mit dem Jahreswechsel verbinden: funkelnde Lichter über der Stadt, sichtbar bis weit ins Inntal hinein.
Ganz persönlich empfinde ich dieses Feuerwerk jedoch nicht mehr als zeitgemäß. Die Nordkette ist ein sensibles Naturgebiet, Lebensraum für Tiere und ein Ort der Ruhe, gerade nachts. Ein Feuerwerk passt für mich immer weniger in diesen Kontext. Licht, Lärm und Rauch stehen im starken Kontrast zu dem, was diese Berglandschaft eigentlich ausmacht.
Ich finde, gerade Innsbruck hätte das Potenzial, neue Wege zu gehen und den Jahreswechsel noch stärker mit Licht, Projektionen und kreativen Inszenierungen in der Stadt zu feiern, ohne die Natur zusätzlich zu belasten.
Wenn du das Bergsilvester aus fotografischer Sicht entdecken möchtest, lade ich dich ein, durch die Galerie zu scrollen und dir Zeit zu nehmen. Manche Bilder wirken auf den ersten Blick ruhig, andere laut und bunt, genau wie dieser Abend selbst.





























