Nur eine kurze Bootsfahrt von Venedig entfernt liegt Burano, eine kleine Insel, die sofort ins Auge fällt und trotzdem angenehm entspannt bleibt. Während Venedig oft laut und voll ist, wirkt Burano wie eine bunte Pause vom Trubel der Lagune. Schon beim Ankommen merkt man, dass hier alles ein bisschen langsamer läuft.
Das Erste, was auffällt, sind natürlich die Häuser. Kaum eine Fassade gleicht der anderen. Knallige Farben, sanfte Pastelltöne und starke Kontraste spiegeln sich im Wasser der Kanäle. Jede Straße wirkt wie ein eigenes kleines Kunstwerk. Angeblich wurden die Häuser früher so farbig gestrichen, damit die Fischer sie auch bei Nebel erkennen konnten. Ob Legende oder Wahrheit, Burano lebt heute genau von diesen Farben und sie machen die Insel zu einem Paradies für Fotografen.
Abseits der Farben ist Burano vor allem eines: authentisch. Hier wohnen noch viele Einheimische, die Insel fühlt sich nicht wie eine reine Kulisse an. Man sieht ältere Damen vor den Häusern sitzen, Wäscheleinen über den Gassen und kleine Boote, die ruhig im Wasser schaukeln. Alles wirkt ehrlich und unaufgeregt.
Ein wichtiger Teil der Geschichte von Burano ist die Spitzenherstellung. Die Insel ist berühmt für ihre handgefertigte Spitze, die früher in ganz Europa geschätzt wurde. Im Spitzenmuseum kann man viel über diese Tradition erfahren. In den kleinen Geschäften findet man noch heute feine Handarbeit, auch wenn man genau hinschauen sollte, was wirklich von hier stammt.
Kulinarisch hat Burano ebenfalls einiges zu bieten. Kleine Restaurants und Trattorien servieren frischen Fisch, Meeresfrüchte und klassische venezianische Gerichte. Besonders bekannt ist die Insel für Risotto mit Fisch aus der Lagune. Wer sich Zeit nimmt und abseits der Hauptwege einkehrt, wird oft mit überraschend guter Küche belohnt.
Auch wenn Burano klein ist, lohnt es sich, einfach ziellos durch die Gassen zu spazieren. Es gibt keinen festen Plan, den man abarbeiten muss. Genau das macht den Reiz aus. Ein Kaffee am Kanal, ein kurzer Fotostopp hier und da, das Beobachten des Lebens auf der Insel. Burano funktioniert am besten, wenn man sich treiben lässt. Ein Abstecher nach Murano ist auch möglich, liegt es doch am Weg von Venedig nach Burano. Murano ist bekannt für seine Glaskunst.
Erreichen kann man die Insel ganz unkompliziert von Venedig aus mit dem Vaporetto. Am häufigsten fährt man von Fondamente Nove. Die Linie 12 bringt einen direkt nach Burano und die Fahrt dauert etwa 40 bis 45 Minuten. Unterwegs fährt man durch die Lagune und bekommt schon ein Gefühl für die besondere Landschaft rund um Venedig. Wer Zeit hat, kann den Ausflug auch mit einem Besuch auf Murano verbinden, da die Linie dort ebenfalls hält.
Burano ist kein Ort für große Sehenswürdigkeiten oder lange To do Listen. Es ist ein Ort für Farben, Licht und Atmosphäre. Für alle, die Venedig von einer ruhigeren und sehr fotogenen Seite erleben möchten, ist Burano ein perfektes Ziel und definitiv mehr als nur ein kurzer Abstecher.















