An einem strahlenden Sommermorgen stand ich in Neustift an der Talstation der Stubaier Gletscherbahn. Schon beim Einsteigen spürte ich die Vorfreude – heute würde ein Tag voller Bergabenteuer und Fotomotive werden. Während die Gondel sanft den Hang hinaufglitt, öffnete sich der Blick auf leuchtende Gletscherzungen, die im Sonnenlicht funkelten. Mit jedem Höhenmeter wurde die Luft kühler, klarer – und das Gefühl, mitten in den Alpen zu sein, immer intensiver.
Auf dem Steig zum Egesensee
An der Dresdner Hütte auf rund 2.300 m begann mein Weg. Ein schmaler, gut markierter Steig zog sich durch steiniges, alpines Gelände bergauf. Das leise Knirschen des Schotters unter meinen Bergschuhen und das Pfeifen der Murmeltiere begleiteten mich. Schon nach kurzer Zeit lag er vor mir – der Egesensee. Klein, unscheinbar und doch wunderschön, wie ein türkisblauer Spiegel zwischen den Felsen. Ich blieb lange stehen, um die Stille einzusaugen und die Spiegelung der Wolken auf der Wasseroberfläche festzuhalten.
Durch das Tal des glasklaren Bachs
Vom Egesensee führte der Weg sanft bergab in ein kleines Hochtal. Hier schlängelte sich ein glasklarer Gebirgsbach zwischen satten Almwiesen, das Wasser schimmerte in allen Blautönen. Ich kniete mich ans Ufer, tauchte die Hände ins eiskalte Nass – ein erfrischender Moment, der mich gleichzeitig an die Kraft und Frische der Berge erinnerte.
Anstieg zum Mutterbergersee
Hinter dem Bach begann der zweite Anstieg. Schritt für Schritt gewann ich Höhe, bis sich der Blick plötzlich öffnete – und ich am Mutterbergersee stand. Auf etwa 2.483 m gelegen, schimmerte er smaragdgrün vor der dramatischen Kulisse des Wilden Freiger, des Wilden Pfaff und des Zuckerhütls. Der Wind war so schwach, dass sich die Gipfel im Wasser spiegelten. Ich balancierte über ein paar Felsen auf die kleine Insel mitten im See – ein perfekter Ort, um die Kamera auszupacken und diesen Augenblick einzufangen.
Rückweg durch die Wilde Grubn
Für den Rückweg wählte ich die Wilde Grubn. Der Name klang schon nach Abenteuer – und enttäuschte nicht. Der Pfad führte vorbei an kleinen Lacken, sumpfigen Wiesen und über schmale Holzbrücken. Das Plätschern der Bäche begleitete mich, und die Nachmittagssonne legte ein goldenes Licht über die Landschaft. Je tiefer ich kam, desto lauter wurde das Rauschen des Tales – bis ich schließlich wieder an der Talstation stand, müde, aber glücklich.
Mein Fazit
Diese Tour vereint für mich alles, was das Stubaital so besonders macht:
- Ein entspannter Start mit der Bergbahn.
- Zwei wunderschöne Bergseen – der stille Egesensee und der imposante Mutterbergersee.
- Ein Rückweg durch wilde, unberührte Landschaft.
Wer die Kombination aus Naturerlebnis, Fotomotiven und alpiner Atmosphäre liebt, wird diese Wanderung genauso genießen wie ich.























